Gewinnt, wer mehr ausgibt? Und wie hängt die Berichterstattung der Medien mit dem Resultat zusammen?
Wie oft gewann die Seite, die im Abstimmungskampf deutlich mehr Inserate schaltete bzw. das grössere Budget hatte? Gezählt sind nur Vorlagen, bei denen eine Seite mindestens 55 % der Inserate bzw. des Geldes hatte (Inserate: ab 20 Stück).
Zusammenhang zwischen dem Anteil der Ja-Seite und dem Volks-Ja: mittlerer (r = 0,47). Das heisst nicht, dass Geld Abstimmungen entscheidet: Wer ohnehin vorne liegt, findet oft leichter Geldgeber.
Inserate: Inserateanalyse von Année Politique Suisse (rund 50 Zeitungen, acht Wochen vor der Abstimmung, 2013–2023). Budgets: Offenlegung bei der Eidgenössischen Finanzkontrolle (seit 2024 erfasst), von den Kampagnen selbst gemeldet. Beides via Swissvotes.
Der Abstimmungsmonitor der Universität Zürich (fög) misst für jede Vorlage, ob die Berichterstattung in den zwölf Wochen davor eher befürwortend oder ablehnend war: von −100 (nur ablehnende Beiträge) bis +100 (nur befürwortende).
Berichten die Zeitungen der Romandie anders als die der Deutschschweiz, stimmt meist auch die Romandie anders: Bei 85 von 124 Vorlagen stimmte die Sprachregion mit der freundlicheren Berichterstattung auch eher Ja (r = 0,52). Grösste Unterschiede im Medientenor:
Stipendieninitiative14.06.2015 · Ton Deutschschweiz -22, Romandie +22 Ja-Anteil D −15,6 Pp ggü. FInitiative «AHVplus: für eine starke AHV»25.09.2016 · Ton Deutschschweiz -28, Romandie +15 Ja-Anteil D −15,9 Pp ggü. FInitiative «Für eine öffentliche Krankenkasse»28.09.2014 · Ton Deutschschweiz -17, Romandie +20 Ja-Anteil D −26,4 Pp ggü. FInitiative «Grüne Wirtschaft»25.09.2016 · Ton Deutschschweiz -19, Romandie +14 Ja-Anteil D −14,2 Pp ggü. FSelbstbestimmungsinitiative25.11.2018 · Ton Deutschschweiz -20, Romandie -53 Ja-Anteil D +12,0 Pp ggü. FEpidemiengesetz22.09.2013 · Ton Deutschschweiz +63, Romandie +33 Ja-Anteil D −16,3 Pp ggü. FMedientenor: fög – Abstimmungsmonitor (Universität Zürich), via Swissvotes, seit 2013. Ja-Anteile Deutschschweiz/Romandie aus den Kantonsresultaten der einsprachigen Kantone (wie beim Röstigraben). Medien greifen auch die Stimmung im Land auf – der Zusammenhang sagt nichts über Ursache und Wirkung.